Azou Bade
Im Rahmen seiner Unterstützung für das zeitgenössische Kunstschaffen hat das Vitromusée Romont 2024 sein Programm für Künstlerresidenzen ins Leben gerufen.
Zu diesem Anlass lud es den senegalesischen Künstler Azou Bade zu einem einwöchigen Aufenthalt vom 9. bis 13. Juli 2024 ein, wobei eine Auswahl seiner Werke in der Sonderausstellung präsentiert wurde « Regards du Sénégal. Souwèr de la collection Afric.Art ».
Der Künstler
Azou Bade wurde an der École des Beaux-Arts in Dakar ausgebildet, lebt und arbeitet in Saint-Louis (Senegal) und praktiziert seit über 30 Jahren die Kunst des Souwèr.
Das realisierte Werk
Während seines Aufenthalts schuf er eine Hinterglasmalerei, das in die Sammlung des Museums aufgenommen wurde. Die Besucher*innen hatten die Möglichkeit, sich mit ihm auszutauschen und während der gesamten Woche die Entstehung seines Werks zu verfolgen, das grosse Geschicklichkeit und sorgfältiges Know-how erforderte.
Vom 9. bis 13. Juli 2024
Oksana Kondratyeva
Im Jahr 2025 hatten wir das Vergnügen, die in London lebende ukrainische Künstlerin Oksana Kondratyeva bei uns begrüssen zu dürfen. Während ihres Aufenthalts vom 25. April bis 1. Mai 2025 konnten Besucher*innen sie im Atelier des Museums treffen und ihre Arbeitsweise mit Glas entdecken.
Die Künstlerin
Nachdem sie mehrere Jahre in Bonn und Frankfurt gelebt und gearbeitet hatte, perfektionierte Oksana Kondratyeva ihre Fähigkeiten in der Kunst der Glasmalerei am Central Saint Martins, University of Arts London. Ihre Werke, hauptsächlich aus Glas, wurden als architektonische Kunst in historischen und zeitgenössischen Gebäuden in ganz Grossbritannien integriert. Ihre experimentellen Arbeiten mit Glas wurden für die Ausstellung auf der British Glass Biennale 2024 ausgewählt. Die Glasmalereien und Gemälde der Künstlerin wurden in renommierten Publikationen vorgestellt, darunter das Magazin Physics World.
Das realisierte Werk
Ihr jüngster Besuch am CERN in Genf hat die Bedeutung der Wissenschaft für ihr Glasmalerei-Projekt in Romont noch verstärkt: Die experimentelle Entdeckung des Higgs-Bosons im Teilchenbeschleuniger veranlasste sie, ein Glasmalerei-Werk mit dem Titel Discovery zu entwickeln, das als Element eines permanenten Dialogs zwischen Wissenschaft und Kunst gedacht ist. Kondratyevas Arbeit wird seit ihrem Aufenthalt im Atelier ausgestellt und fand bei der Einweihung des Espace Michel Eltschinger grosse Beachtung.
Vom 25. April bis 1. Mai 2025
Sadika Keskes
Dieses Jahr freuen wir uns, die tunesische Künstlerin Sadika Keskes im Atelier des Museums begrüssen zu dürfen. Während ihres Aufenthalts im Vitromusée Romont, vom 27. März bis zum 5. April 2026, wird sie ein Glasgemälde mit dem Titel Abstraktion im Format 50 x 100 cm blasen, in einer von ihr entwickelten innovativen Technik, die heisses Glas und Metall miteinander verbindet. Die Besucher·innen können so die verschiedenen Schritte des Entstehungsprozesses mitverfolgen und sich mit der Künstlerin über diese technische und künstlerische Innovation austauschen. Am Wochenende vom 28. und 29. März finden Vorführungen statt, bei denen die Künstlerin mit derselben Technik zwei Vasen herstellen wird. Dies bietet die Gelegenheit, die Arbeit mit geschmolzenem Glas und die Handgriffe der Künstlerin zu beobachten.
Ihre Technik
Ihre aktuellen Recherchen im Bereich der Glasmalerei streben an, das traditionsreiche Medium durch die Neubetrachtung ihrer technischen und gestalterischen Prinzipien zu erneuern. Ihre Glasmalerei besteht aus vollständig von der Künstlerin geblasenem Glas, das nicht etwa, wie üblich, durch Blei verbunden wird, sondern das von hitzebeständigem Metall wie Stahl oder Edelstahl getragen wird. Diese Materialien bieten nicht nur eine mit Blei vergleichbare Struktur, sie sind auch robuster und bringen neue formale Möglichkeiten mit sich. Während bei der klassischen Glasmalerei farbige Glasstücke geschnitten und anschliessend in Blei gefasst und durch Löten zusammengefügt werden, kehrt der Ansatz von Sadika Keskes diesen Prozess um. Zunächst entwirft die Künstlerin eine hitzebeständige, mit Öffnungen versehene Metallplatte. Diese Hohlräume nehmen dann das geschmolzene Glas, welches hineingeblasen wird, auf. Das Glas ist somit keine flache, zugeschnittene Oberfläche mehr, sondern ein bewegliches Material, das direkt in der Metallstruktur Gestalt annimmt. Je nach plastischen Erfordernissen und nach Lichtbedürfnissen gestaltet die Künstlerin jedes Stück Glas auf seine Art, ob zu einem leicht gewölbten Volumen oder zu einer regelmässigen Fläche. Dieser Ansatz ermöglicht es ihr, eine organischere Beziehung zwischen Glas, Licht und Farbe zu erforschen. Die Bearbeitung von heissem Glas ermöglicht Farbmischungen, Nuancen und Lichtschimmer, die mit traditionellen Verfahren nicht zu erzielen sind. Jedes geblasene Element wird so zu einer einzigartigen Form, die vom Licht durchdrungen und durch die inneren Bewegungen des Materials belebt wird.
Die Künstlerin
Sadika Keskes wurde in Sfax, Tunesien, geboren und wuchs in einer Familie auf, in der jeder auf die eine oder andere Weise mit dem Kunsthandwerk verbunden war. Nach ihrem Studium an der École des Beaux-Arts in Tunis und der Glasfachschule in Murano eröffnete sie 1984 ihr eigenes Atelier für mundgeblasenes Glas. Parallel zu ihrer eigenen Produktion recherchiert sie sowohl theoretisch wie praktisch zu den Ursprüngen des Glases, was sie dazu führte, in ihrem Atelier die Herstellungstechniken der punischen Glaskunst nachzubilden.
Heute lebt sie in Gammarth am Meer, in der Nähe von Karthago, und leitet eine Werkstatt für Glasdesign und -produktion, die aus mehreren Teams von Glasbläsern besteht und mit einem grossen Ausstellungs- und Verkaufsraum, einem Zentrum zur Wiederbelebung des Kunsthandwerks sowie einem Kulturzentrum verbunden ist. Ihre Werke, die manchmal Eisen, Silber, Messing oder Holz integrieren, werden in die ganze Welt exportiert; einige sind in mehreren Museen ausgestellt. Ihre Werke folgen den Entwicklungen im Design und den Innovationen, die sich in der Innenausstattung von Privathäusern, Restaurants, Hotels usw. abzeichnen.
Parallel zu ihrer handwerklichen Tätigkeit nimmt die Künstlerin an zahlreichen internationalen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst teil und fertigt Flachreliefs aus Glaspaste, Skulpturen, Schmuck und viele andere wertvolle Objekte an.
Vom 27. März bis 5. April 2026
Vitrorencontre
Le Vitromusée offre une occasion unique de rencontres interculturelles et intergénérationnelles aux familles portugaises et suisses ainsi qu’aux personnes de tous âges pour découvrir le monde fascinant des arts du verre.
Encadré·e·s par une médiatrice culturelle plurilingue, vous explorez de manière créative et ludique ce matériau fragile et transparent qu’est le verre et créez votre propre oeuvre d’art. La Vitrorencontre se poursuit par une visite guidée du musée qui vous présente un aperçu de cet important patrimoine culturel suisse et se termine dans une ambiance conviviale autour d’un café et d’une pâtisserie.
Prix :
Adultes : CHF 12.-
Enfants : CHF 5.-
Familles (2 adultes et 2 enfants jusqu’à 16 ans) : CHF 25.-





